Rekordmeister, Rekordpokalsieger, mehrfacher Gewinner der Champions League, Vereins-Weltmeister. Nein, hier ist nicht die Rede vom Rekord-Fußballverein FC Bayern München, sondern von Deutschlands bester Handballmannschaft, dem THW Kiel.

Vereinsgeschichte

Der Turnverein Hassee-Winterbek e. V. wurde 1904 zunächst als reiner Turnverein gegründet – der Bereich Handball kam 1923 dazu. Ursprünglich wurde statt einer Handballmannschaft die Gründung einer Fußballmannschaft beantragt, dies scheiterte allerdings. Handball war daher zuerst eine notgedrungene Alternative, aber erfreute sich rasch großer Beliebtheit. Allerdings wurde damals noch nicht in einer Halle gespielt, sondern auf einem Feld im Freien. Der Zweite Weltkrieg bedeutete für die Kieler eine Zäsur, aber schon wenige Monate später wurde der Handballbetrieb wieder aufgenommen. In den Jahren 1948 und 1950 konnte man jeweils die Meisterschaft im Feldhandball für sich entscheiden. In den 1950er Jahren begann dann die Ära des Hallenhandballs und schon 1957 konnten sich die Zebras, wie das Team von Fans genannt wird, den ersten Meistertitel holen.

Eine Erfolgsgeschichte

1966 wurde die Handball-Bundesliga eingeführt, für die sich die Norddeutschen allerdings nicht sofort qualifizieren konnten. Der Aufstieg in die höchste Spielklasse erfolgt dann in der Folgesaison. Während die Jahre von 1970 bis 1990 eher durchwachsen verliefen, kam der große Aufschwung in den 1990er Jahren. Im Jahr 1990 konnte der schwedische Weltklasse-Handballer Magnus Wislander verpflichtet werden. Nachdem der Verein in den folgenden Jahren die Play-Offs zwar erreichte, aber jeweils im Finale oder Halbfinale scheiterte, wurde die Mannschaft erneut verstärkt. 1993 übernahm Trainer Zvonimir Serdarusic das Team und trainierte fortan die Kieler sehr erfolgreich. Insgesamt sieben Meisterschaften und als Höhepunkt das Triple (Meisterschaft, Pokal und Champions League) im Jahr 2007 krönten seine Ära, die bis 2008 andauerte. 2009 wurden schwere Bestechungsvorwürfe gegen Trainer und Manager erhoben, welche dann 2012 vom Landgericht Kiel allerdings in allen Anklagepunkten freigesprochen wurden. Seit 2008 heißt der Trainer Alfred Gislason, der die Erfolgsgeschichte der Norddeutschen weiterschreiben konnte. Sechs deutsche Meisterschaften, fünf Pokalsiege und zweimal die Champions League konnten der Isländer und sein Team bisher gewinnen.