Noch bis 2015 sah es danach aus, dass der THW Kiel im deutschen Handball eine ähnliche Vormachtstellung einnehmen könnte, wie der FC Bayern München in der deutschen Fußball Bundesliga. Zwischen 2012 und 2015 gewannen die Kieler gar vier Meisterschaften in Folge, doch seitdem steht für den THW einzig und allein ein Pokalerfolg aus dem Jahr 2017 zu Buche.

Doch während die Rhein-Neckar-Löwen, nach den Meisterschaften 2016 und 2017, gleich als nächste Über-Mannschaft galten, schrieb die SG Flensburg-Handewitt in der Saison 2017/18 ein ganz eigenes Handballmärchen.

Mit einem Punkt Vorsprung auf die Rhein-Neckar-Löwen ging Flensburg in das Saisonfinale gegen die Mannschaft aus Göppingen. Diese erwiesen sich als ein unerwartet widerspenstiger Gegner, sodass die Flensburger erst in der 43. Spielminute erstmals mit mehr als einem Treffer in Führung gehen konnten. Doch das Zittern ging bis zum Schluss weiter und erst der Schlusspfiff erlöste die Zuschauer in der ausverkauften Flensburger Arena, die mit ihrer Mannschaft mitgefiebert hatten. Diese setzte sich schlussendlich nach einer hochdramatischen Begegnung mit 22:21 gegen FA Göppingen durch und so kannte der Jubel in Flensburg nahezu keine Grenzen mehr.

Denn erst zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte konnte sich die SG Flensburg Handewitt, nach 2004, die Meisterschaft in der Handball-Bundesliga sichern, mit einem Punkt vor den Rhein-Neckar-Löwen, die vor der Saison als der große Favorit in die Spielzeit gestartet waren.

Schaut man sich die Bilanz der Flensburger seit deren Bundesliga-Aufstieg in der Saison 1992/93 einmal genauer an, dann fällt auf, dass die SG Flensburg-Handewitt in 26 Spielzeiten 2 Meisterschaften und zudem 11 Vizemeisterschaften vorzuweisen hat. Damit dürfte die SG Flensburg Handewitt der Rekord-Vizemeister sein, weshalb die Meisterschaft in der vergangenen Saison umso intensiver in und um Flensburg herum gefeiert wurde.

Im DHB Pokal reichte es für die Flensburger dagegen nicht zum großen Wurf, dort war bereits im Achtelfinale gegen die Füchse Berlin Endstation. Den Pokal sicherten sich schlussendlich die Rehein-Neckar-Löwen.