Handball-Wunder in Fürstenfeldbruck: Ball bleibt in Torecke hängen

Es ist eine Szene, die in die Handballgeschichte eingehen wird. Nicht nur, weil sie die Schlusspointe eines an Spannung kaum zu überbietenden Spiels war, sondern weil sie auch an Kuriosität nicht zu überbieten ist. Oder haben Sie schon mal ein Handball-Spiel gesehen, in dem der Ball bei einem spielentscheidenden Wurf einfach mal so in der Ecke des Tores kleben blieb?

So geschehen beim Drittligaspiel zwischen TuS Fürstenfeldbruck und HSG Konstanz. Erstere Mannschaft empfing im August die Gäste aus Baden-Württemberg. Beide Mannschaften waren gleich auf, beide schenkten sich nichts. Am Ende führten Fürstenfeldbrucker hauchdünn mit 24:23 gegen die Zweitliga-Absteiger. Dann war Spielzeit nahezu vorbei, doch die Gäste hatten noch eine letzte Chance für einen Ausgleich. Es stand noch ein direkter Freiwurf an. Der Konstanzer Tom Wolf schnappte sich den Ball – entschlossen, das Wunder zu vollbringen.

Tatsächlich gab es an dem Tag ein Wunder – allerdings eines, mit dem weder ein Spieler auf dem Platz noch jemand von den rund 700 Zuschauern in der Wittelsbacher Halle gerechnet hatte. Wolf warf den Ball, überwand durch einen Aufsetzer zunächst die gegnerische Abwehrmauer, dann auch den Torwart Michael Luderschmid. Der Wurf ging tatsächlich auch ins Tor, doch über die Linie und ins Netz kam der Ball nicht. Er blieb einfach in der rechten Ecke zwischen Latte und Pfosten hängen.

So schnell sich die Szene sich abspielte, so klar war allen Spielern und Zuschauer, was dieser kurioser Wurf bedeutete. Da der Ball nicht über die Linie flog, handelte es sich nicht um einen Treffer. Pech für die Konstanzer, Glück für die Fürstenfeldbrucker. Letztere waren so überwältigt von dem Nicht-Treffer, dass sie Richtung Tor liefen, um Ball, Pfosten und Latte für das Unfassbare zu danken. Während die einen jubelten, konnten die anderen ihr Pech nicht fassen. Der unglücklichste unter den Konstanzer war natürlich Wolf, der nach seinem Wurf ungläubig am Boden liegen blieb und von den Mannschaftskameraden nur mühsam getröstet werden konnte.

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